Die Harzer Sonnenseite, der separatistische Zusammenschluss von sieben Tourismusorten des niedersächsischen Südharzes, ist gescheitert. Das Flaggschiff Bad Lauterberg will nach langen kleinlichen Querelen zwischen den Beteiligten wieder einen eigenen Kurs fahren. Entscheidender Grund war der nach dem Aussteigen von Bad Sachsa, Herzberg und Hattdorf aus dem Werbeverbund entbrannte Streit der verbliebenen Orte über die neue Kostenbeteiligung. Dieser Ausstieg ist durch einen Prospekt-Alleingang von Bad Sachsa ausgelöst worden, den die meisten Orte nicht tolerieren wollten.
Bad Lauterberg erwartete vor allem von Bad Grund eine schnelle Entscheidung, weil die Zeit für die rechtzeitige Produktion eines neuen Prospektes für 2011 knapp zu werden droht. Die geradezu abenteuerlichen Tourismus-Zuständigkeiten in Bad Grund aber haben eine solche Entscheidung über die künftige Beteiligung offenbar immer wieder verzögert.
Die Harzer Sonnenseite war einst aus Unzufriedenheit mit dem Marketing des einstigen Harzer Verkehrsverbandes entstanden. Man hoffte, durch regionale Kooperation mehr Wirkung auf dem Tourismusmarkt zu erreichen. Bessere Gästefrequenzen hat dieser Verbund allerdings auch nicht geschafft, vor allem weil ihm die gemeinsame Marketingkonzeption fehlte.
Die Nordharzer Fremdenverkehrsorte sollten das Scheitern der Südharzer Sonnenseite als ein warnendes Beispiel werten, keine allzu großen Hoffnungen auf eigene Kooperationen wie die so genannte Tourismus-Achse zu setzen. Solange die örtliche Kirchturmperspektive nicht durch ein strigentes gemeinsames Marketingkonzept ausgeschlossen wird, bleibt die dadurch erhoffte “Synergie durch gebündelte Kräfte” eine lächerliche Leerformel.
Verfasst von: Reiner Langwald | 25. August 2010
Südharz-Sonnenseite gescheitert
Veröffentlicht in Harztourismus